Sagen wir mal, du hättest noch echt alte iOS oder Android Geräte, die zwar keiner mehr benutzt, aber sie tun‘s noch.
Nimm mindestens zwei davon, geh‘ mit ihnen auf diese Seite, tipp auf einen „Stunden“-Dot auf dem einen und auf einen „Minuten“-Dot auf dem anderen. Wenn jetzt zwei sehr große Zahlen auf den Bildschirmen hin- und herwandern ist das Meiste getan.
Tippe „zum Startbildschirm hinzufügen“ und speicher sie. Verlasse den Browser und tipp das neue Icon an (mit „hrs light“ oder „min bold black“ beschriftet, wenn du nichts anderes vergeben hast)
Voilá — die „Zeiger“ sollten jetzt fullscreen laufen.
Wenn du sie als echte Wand- oder Nachttischuhr laufen lassen willst, vergiss nicht die Einschlafzeit auf den Geräten noch auf „nie“ zu setzen, sie gehen sonst einfach nach der eingestellten Zeit aus.
Nicht böse sein, dass ich hier nicht alle erdenklichen Schritte für alle OSse, Sprachen und Geräte durchspiele. Wenn du es bis hier geschafft hast, findest du deine „zum Homescreen hinzufügen“ und Energiespar- oder Display-Einstellungen bestimmt.
Es gibt drei Stärken für jeden „Zeiger“ – und zwei Farben: zwölf zufällig wechselnde oder nur schwarz mit weißen Zahlen.
Sans-Serif Systemschrift, kein eingebauter Font für zu alte Geräte; aber immer noch Zufallsfarben.
Gut dass du fragst: Die Zahlen bewegen sich und die Farben wechseln, damit das Display nicht einbrennt. Was im Langzeittest sehr gut funktioniert hat. Die echten Apps bewegen sich nicht synchron, weil alle Timer individuell zählen, das Demo-Skript war nur sehr viel einfacher so.
Angefangen habe ich mit zwei Ur-iPads von 2010 ungefähr 2015, und habe später ein iPhone 4 als Sekundenzeiger dazugestellt. Das sind die auf den Fotos. Das lief bis Mai 2024, als die Seiten auf einen zu neuen Server wechseln mussten und die uralten Browser keine Verbindung mehr hinbekamen.
Also habe ich meine Installation mit zwei „neuen“ iPad Air 2 von 2014 aufgebohrt und wieder einen Sekundenzeiger im Telefonformat benutzt – diesmal ein iPod touch 4 von 2012.
Asymmetrische Kombinationen sind eigentlich schöner, und bitte, bitte benutz auf jeden Fall welche mit schwarzen Rahmen. Weiße gehen zwar technisch, es ist aber optisch ein Durcheinander, die Displays wirken zu klein.
Die Idee war a) mit ehemals spektakulärer Hardware, die sonst nur in der Schublade läge noch etwas anzufangen. Und b) eine Uhr mit echt großen Zeigern zu haben, die man quer durch den Raum gut lesen kann.
Das funktioniert mit nur einem Display nicht wirklich gut, also nehmen wir zwei oder drei separate, aufrecht stehend.
Gut, es würde tatsächlich auch auf einem im Querformat gehen, aber Kabel die seitlich runterbaumeln… näh. (Ich erwarte nicht, dass jemand ein 13" iPad Pro für sowas übrig hat, jedenfalls nicht vor 2034.)
Absichtlich simpel. Um nicht durch App-Store Prozeduren durch zu müssen – und weil ich kein „richtiger“ Programmierer bin – habe ich altes html und css (alte Browser!) und einen kleinen – auch sehr alten – Script benutzt, den mir ein Kollege mal geschnitzt hat.
Alles, was die Uhren benutzen ist in die HTML-Seite eingebacken ohne irgendeine Abhängigkeit. Keine Cookies werden geschrieben um eine Einstellung zu speichern, keine Einstellungsseite zum Rumknispeln. Einen Dot antippen und Speichern ist die ganze Konfiguration.
Wenn du lieber deinen eigenen lokalen Server benutzen willst, kannst du die einzelnen HTML-Dateien lokal speichern, sie laufen dann ohne hier nochmal fragen zu kommen (was sie sonst gelegentlich tun).
Alles benutzt heute Google Fonts, was für aktuelles Gerät mit Internetzugang super ist, wenn sich Font-Formate nicht mehr ändern oder einfach verschwinden, die Copyright-Situation für immer gleich bliebe und nichts von neueren Versionen ersetzt würde.
Ich habe andere Webfonts probiert (knifflige Lizenzsituation – Web oder App?), lokale Fonts via css (nicht mehr erlaubt wegen Device-Fingerprinting), nie Flash (war mal der Hit für Web-Typografie bis 2012 vielleicht, aber nie unter iOS) und svg, was ich als Format grossartig finde, aber SVG-Fonts sind ein Hack und ätzend zu bauen und zu benutzen.
Also habe ich mir selber einen Font gebaut und ihn in den CSS-Style der Seiten integriert (@font-face mit einem base64-konvertierten .woff drin). Sie sind umsonst, kein Format ändert sich, und sie müssen nicht von einem anderen Ort geladen werden. Du kannst sie gerne auch für andere Sachen benutzen, aber es sind tatsächlich nur Zahlen und ein Doppelpunkt in drei Stärken.
Unglücklicherweise können Web-Apps nicht zwischen zwei Geräten die Uhrzeit snychron halten, so dass manchmal die lokalen Uhrzeiten etwas wegschwimmen und es nach 19:59 kurz wieder 19:00 wird (und es eigentlich 20:00 Uhr sein sollte).
Falls das auftritt, muss man die Geräte von Hand die Uhrzeit neu lesen lassen und die automatische Zeiteinstellung aus- und danach wieder einschalten. (Das Problem scheint allerdings nur bei den allerältesten iPads zu bestehen.)
Es gibt eine zweite hh:mm:ss Miniuhr unten links um nachzusehen, was das Gerät denn glaubt wie spät es wäre. Zugegeben etwas schwer zu lesen in der dünnsten Schrift.
Es gibt auch einen Nachtmodus: Er schaltet um 00:00 von Tagesbunt zu Nachtgrau. Das hilft leider nicht beim Stromverbrauch, ich weiß, aber eine Web-App kann ein Gerät nicht z.B. um 23:30 ausschalten und um 6.30 morgens wieder an.
Als "multimedia"-Relikt der frühen Neunziger habe ich mit Macromedia Director alles Mögliche gemacht — während alte Macintosh SE, Classic, Quadra 700 und so weiter meinen Keller füllten.
Ich wollte unbedingt einen All-in-one Mac als Uhr im Regal stehen haben, aber alte Macs machen auch Geräusche wenn sie eigentlich gar nichts tun. Lüfter und Festplatte drehen sich permanent.
Es gab aber damals schon Tools, um die Festplatte schlafen zu schicken, wenn keiner was von ihr wollte und Director „Programme“ liefen nur im RAM, was super war für mein Projekt. Nur der Lüfter lief immer noch, und blies kaum angewärmte Luft aus dem Gehäuse…
Also passive Kühlung. Ich bohrte ein Raster aus vielleicht 60 5mm Löchern in das Gehäuse direkt über dem Netzteil – und stöpselte den Ventilator aus.
Die beiden Macs liefen 6 beziehungsweise 4 Jahre komplett durch. Einer verschied beim Versuch die Festplatte wieder zu starten nach einem Stromausfall, und der andere hatte irgendwann statt einem Bildschirm nur noch einen horizontalen weißen Streifen.
Danach nahm ich ein PowerBook mit kaputtem Gehäuse auf der Seite stehend (pseudo Portrait-Display!) mit einer ultra-condesed Pixelschrift, immer noch eine Director-App. Aber schließlich waren endlich ein paar iPads überflüssig genug für das hier…
Disclaimer: Alles hier ist zum Mitnehmen, aber ich übernehme keine Verantwortung für die Ergebnisse. Fragen & Anregungen: ak at alexkoch punkt de (du bist kein Robot, klar). Und ich benutze keine cookies. Gebaut mit frame·plates